Google frei und so geht es

Google frei und so geht es

Googlefrei browsen: Ein detaillierter Guide

In der heutigen digital vernetzten Welt ist es nahezu unmöglich, eine Person anzutreffen, die niemals einen Computer verwendet hat, geschweige denn noch nie etwas von Google gehört hat. Als anfangs kleine und bescheidene Suchmaschine, ist Google heute zu einem mächtigen Technologie-Giganten herangewachsen, dessen verschiedenen Produkte und Dienstleistungen nahezu täglich von Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt genutzt werden.

Egal ob Google Mail für Ihren gesamten E-Mail-Verkehr, Google Drive zum Lagern aller wichtigen Dokumente, Google Maps für Wegbeschreibungen in jede erdenkliche Richtung, YouTube-Videos für stundenlange Unterhaltung oder sonstige Anwendungen ­ in den meisten Fällen ist es immer Google. Doch auch bei so vielen Dienstleistungen vom Besten seiner Klasse, was wäre, wenn Sie einfach mal etwas anderes ausprobieren wollen und einfach mal aus dem Google-Ökosystem ausbrechen möchten?

Falls das wirklich der Fall ist, sind Sie hier genau richtig. Denn in der Tat ist es wirklich gar nicht so schwer, googlefrei unterwegs zu sein. Aber bevor wir näher darauf eingehen, möchten wir einige Gründe erwähnen, weshalb sie Google-Ökosystem eventuell verlassen möchten.

Warum sollte man googlefrei sein?

Die täglichen Begleiter der Technologieprodukte und -Dienstleistungen von Google (wie z. B. Gmail) sind gar nicht so leicht abzuschütteln. Und dennoch gibt es ein paar Gründe, weshalb man den Sprung wagen sollte. Hier sind sie:

 

  • Mining von Nutzerdaten: Der Hauptanteil von Googles Einnahmen besteht aus der Werbung, die auf Nutzerdaten beruhen. Alle Nutzer-Suchanfragen, E-Mails, usw. werden von den sogenannten „Google Data Mining Bots” und Algorithmen gescannt und anschließend auf dem Server gespeichert. Diese Informationen dienen dazu, Ihnen gezielte Anzeigen entsprechend Ihrer Interessen vorzulegen.
  • Eindringen in die Privatsphäre: Dies ist mehr eine Fortsetzung des vorherigen Punktes. Da alle Ihre Daten von Google Bots gescannt, analysiert und auf den Google Servern gespeichert werden, ist das eigentlich ein ziemlicher Verstoß gegen die Privatsphäre. Und wenn das noch nicht genug wäre, hat der frühere CEO von Google, Eric Schmidt, in der Vergangenheit ein paar ziemlich kontroverse Bemerkungen darüber gemacht.
  • Wettbewerbswidrige Praktiken: Ein wohlbehaltener Wettbewerb ist nie verkehrt, doch Google scheint da ganz anderer Meinung zu sein. Vor gar nicht allzu langer Zeit wurde Google Teil einer kartellrechtlichen Untersuchung der EU, die behauptete, dass Google die Suchergebnisse seiner eigenen Produkte und Dienstleistungen gegenüber anderen Unternehmen immer priorisiert habe. Zudem wurde Google für schuldig befunden, seine dominierende Marktposition in Russland missbraucht zu haben. Sie wollen noch mehr Fakten? Wie wäre es denn mit der Tatsache, dass Google sich weigert, Apps für konkurrierende Plattformen wie Windows Phone zu entwickeln, während sein Rivale Microsoft all seine Apps für Android zur Verfügung stellt.
  • Überlegene Konkurrenzprodukte: Obwohl alle Produkte von Google extrem leistungsfähig sind, sind sie trotzdem nicht gleich die Besten da draußen. Wenn Sie sich also für einen googlefreien Umgang entscheiden, können Sie sogar noch bessere Dienstleistungen auf konkurrierenden Plattformen nutzen. Wenn es um Apps zum Notizenmachen geht, bietet Microsoft mit OneNote eine ganze Reihe an Funktionen, wohingegen Google’s Keep eher einfach gestaltet ist.
  • Häufige Stilllegung der eigenen Dienste: Wenn Sie Ihre Daten den Dienste von Google anvertrauen, sollten Sie besser darauf vorbereitet sein, ein Ersatzziel zur Hand zu haben, wenn diese Dienste einfach mal abrupt ausgeschaltet werden. Von der Nicht-Weiterführung des sehr beliebten Readers über das Steckerziehen de Plug-Ins auf My Tracks bis hin zum Ende von Picasa geht die Liste immer weiter.

Alternativen, um aus dem Google-Ökosystem auszubrechen

Auf dem Markt gibt es tonnenweise konkurrierende Produkte und Dienstleistungen, die ebenso gut (wenn nicht sogar besser) wie Googles Angebote sind. Lassen Sie uns über ein paar der großen Google-Dienste sprechen, die Sie gewiss gegen gute Alternativen eintauschen können:

1. Googlesuche

Die Googlesuche ist ohne jeglichen Zweifel der unbestrittene Führer aller Suchmaschinen, aber ist es wirklich auch die Beste da draußen, wenn es um Suchergebnisse geht? Ich würde sagen NEIN, da duckduckgo.com eine fantastische Suchmaschine ist, die nicht mit Werbung überflutet ist und auch keine Daten über alles sammelt, was Sie tun.

2. Gmail

Mit milliarden von Benutzern ist Gmail der beliebteste webbasierte E-Mail-Service, der existiert. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass er der Einzige sein muss. Probieren Sie doch mal Outlook oder Zoho aus, und Sie werden sicher angenehm überrascht sein. Und wenn Sie davon noch nicht überzeugt sind, gibt es noch viele andere Möglichkeiten.

Hinweis: Die meisten E-Mail-Dienste (z.B. Zoho, Outlook) verfügen auch über Kalender-Untermodule zur Verwaltung von Tagesordnungen, die auch anstelle des Google Kalenders verwendet werden können.

3. Google Drive

Google Drive bietet neben Features wie Document Sharing und Collaboration auch einiges an freiem Speicherplatz. Doch bei hervorragenden Dienstleistungen wie Dropbox und OneDrive ist auch dieser ersetzbar. Und es gibt noch viele mehr.

4. YouTube

Als größte Video-Sharing-Website verfügt YouTube über genügend Videoinhalte, die für alle Welt ein Leben lang ausreichen wird. Wenn Sie also lieber auf eine andere Plattform umsteigen möchten, sollten Sie für den Anfang mal Vimeo oder Dailymotion ausprobieren.

5. Google Chrome

Minimales Design, Synchronisierung der Einstellungen zum Google-Konto – aber auch ein echter Ressourcenfresser. Sie hätten lieber etwas anderes? Probieren Sie doch einfach mal Microsoft Edge oder Mozilla Firefox aus. Mein absoluter Favorit ist Firefox.

6. Google Photos

Simpel und einfach zu bedienen, und dennoch gibt es tonnenweise andere Foto-Sharing-Dienste, wie Flickr und Imgur, die locker seinen Platz einnehmen können. Hier gibt es auch noch weitere Foto-Sharing-Websites, die eine Wahl für Sie sein könnten.

7. Google Docs (gesamte Suite)

Google Docs kann (zusammen mit seinen anderen Apps wie Sheets, Slides etc.) auch ganz leicht durch konkurrierende Angebote wie Office Online und Zoho Docs ersetzt werden.

8. AdSense

Als eines der wichtigsten Produkte von Google verwaltet AdSense die gezielte Werbung, die auf den Websites und tollen Tech-Blogs, die Sie besuchen, angezeigt werden und ihre Einnahmen antreibt. Aber wenn Sie auf der Suche nach etwas zum Monetarisieren Ihres Blogs sind, sind Amazon CPM und BuySellAds auch eine tolle Wahl.

9. Android

Als das beliebteste mobile Betriebssystem wird Android von Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt verwendet. Wenn Sie aber gerne die Flagge wechseln möchten, unter der Sie stehen, sind iOS und Windows 10 Mobile (die im Übrigen in vielen Dingen viel besser sind als Android) definitiv eine tolle Option. Möchten Sie noch mehr Entscheidungen?

10. Google Play Store

Der Google Play Store, die einzige Anlaufstelle für die neuesten Apps und Spiele, ist eines der wichtigsten Google-Produkte von Android-Geräten, aber leider auch mit über millionen Berichten von Viren und Hackern belagert. Aber dank vieler Alternativen wie der Amazon AppStore und der Yandex.Store können Sie auch weiterhin Android verwenden und Apps herunterladen, ohne auf Google zurückgreifen zu müssen. Dies kann wirklich hilfreich sein, falls Sie gerne eine der zahlreichen benutzerdefinierten ROMs für Android auf Ihrem Smartphone verwenden wollen.

11. Google+

Obwohl es nie eine echte Traktion bekommen hat, wird Google+ dank nützlicher Features wie Communities und einer robusten Integration mit anderen Google-Diensten immer noch von einer ganzen Reihe von Menschen genutzt. Wenn Sie also über Alternativen nachdenken, sind Plattformen wie Twitter bereits viel besser ausgelegt und etablierter. Und bei Bedarf gibt es natürlich auch noch mehr Auswahl.

12. Google Maps

Egal, ob Sie sich an einem ungewohnten Ort befinden oder Echtzeit-Traffic-Updates mit Turn-by-Turn-Navigation, Routenplanung und vielen weiteren Features haben wollen, es gibt viele tolle Dienste, wie HERE maps und Mapquest, die auch einen Besuch wert sind.

Befreien Sie sich aus Googles Kontrolle

So unentbehrlich und allgegenwärtig Google und seine vielen Dienstleistungen in unserem täglichen Leben vielleicht erscheinen mögen, sind sie definitiv trotzdem ersetzbar. Und wie Sie oben sehen konnten, ist es eigentlich gar nicht mal so schwer, aus dem Google-Ökosystem, entweder teilweise oder vollständig, auszubrechen. Also probieren Sie einige Alternativen aus und teilen Sie uns gerne in den Kommentaren mit, welche Dienste ihre ursprünglichen Google-Dienste ersetzen.

Es ist an der Zeit, wieder frei zu sein.

 

 

 

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